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Europäisches Parlament plädiert fürs Reparieren

Das Europäische Parlament fordert von der Kommission Maßnahmen für längere Funktionstüchtigkeit und bessere Reparierbarkeit von Produkten. Ein Hoffnungsschimmer für die ReparateurInnen.

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Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben sich darauf geeinigt, von der Kommission und den Mitgliedsstaaten Maßnahmen zu fordern, die die Nutzungsdauer von Produkten verlängern. Die Forderungen in der Resolution des EU-Parlaments sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein berechtigter Kritikpunkt ist allerdings, dass einige Forderungen auf freiwillige Maßnahmen statt auf verbindliche Vorgaben für die Hersteller abzielen.

Mindestkriterien und Gütezeichen

Das Parlament fordert die Kommission auf dafür zu sorgen, dass Mindestkriterien für die Beständigkeit von Produkten festgelegt werden. Die Kommission soll die Einführung eines freiwilligen europäischen Gütezeichens prüfen, das den KonsumentInnen rasche, einfache Information über Lebensdauer, Ökodesign, Nachrüstbarkeit und Reparierbarkeit des Produkts ermöglicht.

Secondhand und gute Ausbildung

Den Mitgliedstaaten legt das Parlament unter anderem nahe, Verkäufe aus zweiter Hand zu fördern, weil dies zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt und Abfall reduziert. Außerdem sollen die Staaten für Ausbildungsangebote im Reparaturbereich sorgen - das stärkt der Reparaturbranche den Rücken!

Reparieren könnte viel einfacher sein!

Das EU-Parlament stellt auch Forderungen bezüglich Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Schaltplänen für unabhängige Reparaturbetriebe. Die Umsetzung dieser Forderung wäre eine große Erleichterung für die ReparateurInnen, denn derzeit erschwert es eine Reparatur oft erheblich, wenn die Herstellerunternehmen Schaltpläne von Geräten nicht frei zugänglich machen.

Weiters sollen Hersteller von Produkten, die einfach zerlegt und deren Einzelteile leicht ausgetauscht werden können, gefördert werden. Auch das würde den ReparateurInnen die Arbeit erleichtern und die Reparatur außerdem günstiger machen, weil statt großer Komponenten nur kleine Teile ausgetauscht werden müssen.

Geplante Obsoleszenz

Die Kommission ist dazu aufgefordert , einen Vorschlag für eine EU-weit geltende Definition des Begriffs „geplante Obsoleszenz“ für materielle Güter und Software zu entwickeln. Es soll auch die Einrichtung eines unabhängigen Systems geprüft werden, mit dem getestet werden kann, ob Produkte geplante Obsoleszenz aufweisen. Geplante Obsolesenz bedeutet, dass Produkte bewusst so konstruiert werden, dass ihre Lebensdauer früher endet als technisch möglich wäre.

Information: Aktuelles aus dem europäischen Parlament
 

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