Reparaturnetzwerk Wien
Umweltmusterstadt Wien
Ein Projekt von DIE UMWELTBERATUNG Wien

Geräte mit Ablaufdatum

Kurzlebige Produkte durch gute Beratung vermeiden. Medieninformation DIE UMWELTBERATUNG Wien, 14. September 2012

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© s.seidl "die umweltberatung"

Wer kennt das nicht: Kaum ist die Garantie eines Gerätes abgelaufen, treten Defekte auf. Zufall? Nicht immer. Um Enttäuschungen zu vermeiden, ist beim Kauf gute Beratung durch Fachleute wichtig.

Kaum zu glauben: Der gerade erst vor zwei Jahren gekaufte Fernseher sieht nur noch schwarz, die fünfjährige Waschmaschine verweigert den Dienst. Einzelfälle? Leider nein. Tagtäglich retten die Fachleute im Reparaturnetzwerk Wien was zu retten ist. Viele Produkte sind aber einfach so gebaut, dass sie nicht sehr lange halten. Die ReparateurInnen sehen einen klaren Trend: Die durchschnittliche Funktionsdauer der Produkte hat sich deutlich verkürzt.

Dass viele Geräte frühzeitig kaputt werden ist nicht nur für die KonsumentInnen ärgerlich und teuer, sondern auch eine Belastung für die Umwelt. Entgegenwirken kann man dem, indem man sich bereits beim Kauf gut beraten lässt und langlebige Produkte bevorzugt. Wenn dann doch einmal ein Defekt auftritt, kann man die Lebensdauer von Qualitätsprodukten durch eine Reparatur meist noch deutlich verlängern. „Wenn Produkte länger genutzt werden, verringert das die Abfallmengen und ist ein Beitrag zu einer nachhaltigen Ressourcennutzung. Deshalb ist es mir wichtig, Projekte wie das Reparaturnetzwerk Wien zu unterstützen“, erklärt die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima.

Geplante Obsoleszenz

Dass ein Gerät frühzeitig den Geist aufgibt, ist oft kein Zufall. Manche Produkte werden absichtlich so konstruiert, dass sie ein bestimmtes Alter nicht überschreiten. Geplante Obsoleszenz ist das bewusste Einbauen von Schwachstellen in Produkte, um deren Lebensdauer zu verkürzen. In Extremfällen werden extra Mechanismen eingebaut, die ein Gerät nach einer genau festgelegten Anzahl von Betriebsstunden außer Funktion setzen. Bei manchen Druckern wurden zum Beispiel eingebaute Chips entdeckt, die das Gerät nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten vorzeitig in den Ruhestand schicken.

Ein weiteres Beispiel, von dem die Reparateure des Reparaturnetzwerks berichten: Immer häufiger treten bei Grafikkarten in Laptops Defekte auf, die sich durch besseren Einbau und bessere Kühlung der Grafikkarte leicht vermeiden ließen. Wenn dann die Grafikkarte auch noch so eingebaut ist, dass man sie nur mitsamt der ganzen Platine tauschen kann, ist eine wirtschaftliche Reparatur kaum mehr möglich. Bei der Konstruktion von Geräten die Reparierbarkeit nicht zu beachten, bedeutet eine bewusste Verkürzung der Produktlebensdauer.

Ist neu automatisch besser?

Eine häufige Ursache dafür, dass Produkte rasch weggeworfen werden, ist auch die rasante Beschleunigung von Produktlebenszyklen. Ein fünf Jahre altes Handy gilt schon beinahe als museumsreif. Fernseher, die uns vor drei Jahren noch als Geräte mit unschlagbarer Bildqualität verkauft wurden, gelten schon kurz darauf in der Werbung als "Dreck", den man "weghauen" müsste. Auf viele Geräte folgt nach wenigen Monaten bereits das Nachfolgemodell. „Manchmal stellen neue Modelle wirklich einen technischen Fortschritt dar, oft ist allerdings bei genauem Hinschauen kein tatsächlicher Mehrnutzen im Vergleich zu älteren Modellen gegeben. Bevor Sie ein Gerät durch ein Neues ersetzen, sollten Sie jedenfalls gut abwägen, wie groß der Mehrnutzen tatsächlich ist“, meint Mag. Elmar Schwarzlmüller, Ressourcenexperte von DIE UMWELTBERATUNG.

Lang lebe die Qualität!

Wer sich den Ärger mit frühen Defekten ersparen will, sollte beim Einkauf langlebige Produkte bevorzugen. Doch für Laien sind diese schwer zu erkennen. Das Um und Auf ist daher, sich beim Kauf gut beraten zu lassen, am besten in einem Fachgeschäft. Geschäfte, die auch Reparaturen anbieten, haben viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Wichtige Fragen sind, wie lange der Hersteller Ersatzteile für das Produkt verfügbar hat und wie lange die volle Garantie auf das Produkt gegeben ist. Bei gut konstruierten Geräten kann ein Hersteller auch entsprechend lange Garantiezeiten anbieten. Ist das Produkt im Falle eines Defekts reparierbar? Verschraubte Produkte sind besser reparierbar als verschweißte oder vernietete. Bei Qualitätsprodukten zahlt sich im Falle eines Defekts eine Reparatur fast immer aus!

Information

Die Mitgliedsbetriebe des Reparaturnetzwerks Wien haben viel Know-how beim Reparieren und wissen worauf es beim Kauf ankommt, damit Produkte lange halten. Die Adressen der Betriebe sind bei DIE UMWELTBERATUNG erhältlich: an der Hotline unter 01 803 32 32 – 22 und auf http://www.reparaturnetzwerk.at/

Das Projekt Reparaturnetzwerk wird von DIE UMWELTBERATUNG betreut und von der Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima im Rahmen der Initiative „Natürlich weniger Mist“ unterstützt. DIE UMWELTBERATUNG Wien ist eine Einrichtung der Wiener Volkshochschulen GmbH, basisfinanziert von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22.

Rückfragehinweis

DIE UMWELTBERATUNG Wien, DIin Sabine Seidl
Tel. 01 803 32 32-72, mobil 0699 189 174 65
presse@umweltberatung.at, www.umweltberatung.at  

Reparaturen

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