Reparaturnetzwerk Wien
Umweltmusterstadt Wien
Ein Projekt von DIE UMWELTBERATUNG Wien

Reparatur ist Klimaschutz!

Wer Produkte länger verwendet, schont Ressourcen und schützt das Klima. Jedes Jahr länger zählt, wie eine Studie zeigt! Langlebige Konstruktion und Reparatur sind also wichtige Lösungen für die Zukunft!

Erdball
Erdball mit Werkzeugkiste Talaj Adobe Stock

Der globale Verbrauch von Rohstoffen steigt rapide an. Im Jahr 2050 wird er voraussichtlich bei 218 Gigatonnen pro Jahr liegen - gegenüber 90 Gigatonnen derzeit. Diesen hohen Verbrauch können auch erhöhte Recyclingraten in keiner Weise wettmachen. Außerdem braucht auch Recycling viel Energie und das Recycling von manchen Metallen und Seltenen Erden ist zum Teil sehr schwierig.

Klimaschutz durch längere Nutzung

Gefragt ist eine drastische Reduktion des Energie- und Materialverbrauchs. Wie kann das gehen ohne Verlust an Wohlstand? Die Lösung sind Produkte mit langer Lebensdauer. Wir brauchen eine Reparaturgesellschaft, in der langlebige Produkte erhalten, repariert und nachgerüstet werden können.

Eine Analyse des European Environmental Bureau - EEB zeigt: Die Verlängerung der Lebensdauer aller Waschmaschinen, Notebooks, Staubsauger und Smartphones in der EU um nur ein Jahr würde jährlich rund 4 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen. Das ist dieselbe Menge, die rund 2 Millionen weniger Autos auf den Straßen einsparen würde!

In der Realität zeigt sich aber, dass z.B. unsere Elektrogeräte nicht mehr so lange halten wie früher. Ihre Nutzungsdauer verkürzt sich und es wird immer schwieriger und kostspieliger, sie zu reparieren oder wichtige Teile auszutauschen.

Herstellung wirkt sich stark auf die Umwelt aus

Ein häufiges Argument für den Kauf eines neuen Produktes ist, dass das neue Gerät im Gebrauch weniger Energie benötigt und daher umweltfreundlich und klimaschonend sei. Dabei wird übersehen, dass die Produktion des neuen Gerätes viele Ressourcen und Energie verbraucht, aber auch die Entsorgung des alten Gerätes.

So entstehen 72% der Umweltauswirkungen eines Handys nicht während der Nutzungsphase, sondern bei Herstellung und Entsorgung! Für Notebooks und Computer liegt dieser Anteil bei 52%, für Waschmaschinen immerhin noch bei 25%.

Wann ist ein Gerätetausch ökologisch sinnvoll?

Angenommen, dass die Energieeffizienz von Geräten jedes Jahr um 5% zunimmt (ein sehr hoher Wert, der in der Realität schwer erreichbar ist), müssten viele Geräte weentlich länger genutzt werden:

  • Der Austausch eines Handys ist frühestens nach 25 Jahren ökologisch sinnvoll! Derzeit wird ein Mobiltelefon im Schnitt alle 3 Jahre ausgetauscht.
  • Bei Notebooks ist der Austausch aus ökologischer Sicht nach frühestens 20 Jahren sinnvoll. Sie werden aber nach durchschnittliche 4,5 Jahren ersetzt.
  • Bei Waschmaschinen und Staubsaugern sollte die optimale Lebensdauer nach diesen Berechnungen jeweils doppelt so lange sein wie sie derzeit in der Realität ist.

Wenn Sie also der Umwelt und dem Klima etwas Gutes tun wollen, kaufen Sie möglichst langlebige Produkte und lassen diese bei einem Schadensfall reparieren!

Quellen

Vortrag von Willi Haas www.vaboe.at/recycling-gut-aber-nicht-die-loesung/
EEB Studie "Coolproducts don't cost the Earth": eeb.org/library/coolproducts-briefing/ 

Reparaturen

In Kooperation mit:
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MA22